Trainingswoche SC Athlet
Wie sieht eigentlich so eine Trainingswoche bei einem Ski Classics Athleten im Sommer aus? Ich nehme euch mit durch eine Woche im Anfang August, am Ende der allgemeinen Vorbereitungsphase. Das heißt, das Training ist noch nicht komplett auf Spezifität ausgelegt, wie ihr nachfolgend feststellen werdet. Ansonsten ist die Woche relativ unspektakulär, also mit einem guten Mix aus Umfang und intensiven Einheiten, ohne Trainingstrends, wie HEAT-Training oder Double Threshold, zu beinhalten...
Meine Trainingswoche beginnt in der Regel am Dienstag, da Montag oft Ruhetag ist. Da ich nach einem Ruhetag meinen Körper erst wieder „in Schwung“ bringen muss, mache ich dort in der Regel eine (längere) Grundlageneinheit. In diesem Fall ist dies eine kurze Stabi-Einheit zur Aktivierung, gefolgt von einer vierstündige Rennradfahrt im Low-Intensity Bereich (LIT/I1), die ich zum Teil mit einem Freund absolviere. An Tag Zwei der Trainingswoche steht, wie so oft, eine Intervalleinheit an. Mit 6 x 15 Minuten an der Schwelle, also im mittleren Intensitätsbereich (MIT/I3). Diese absolviere ich aufgrund von Gewitterneigung, aber auch weil sich die Intensität gut kontrollieren lässt und ich meine Ruhe habe, am SkiErg. Nach den eigentlichen Intervallen mache ich noch ein paar Sprints, insgesamt dauert die Einheit ganze drei Stunden. Am Donnerstag steht wieder eine dreistündige Einheit auf dem Plan – Doppelstock, dann aber wieder Outdoor (trotz teilweise heftigem Regen, aber nochmal so lange am SkiErg muss echt nicht sein...). Die Einheit absolviere ich aber komplett im I1, also absoluten Grundlagenbereich. Am Freitag benötigt mein Körper nach drei guten Trainingstagen und etwas Alltagsstress ein bisschen Ruhe. Somit mache ich 30 Minuten mehr oder weniger gutes Stabi-Training und anschließend 90 Minuten Stocklauf. Das Tempo ist wirklich sehr langsam, weil der Körper echt müde ist und ich für ein intensives Wochenende frisch sein will.
Der Plan geht auch auf und am Samstag bin ich wieder ganz gut erholt. Mit Freund und Teamkollege Matthias habe ich eine lange und intensive Radfahrt geplant. Die fünf Stunden gestalten wir wie ein Fahrtspiel mit zahlreichen Tempowechseln, aber vor allem am Berg mit hoher Intensität. Grundsätzlich ist die Einheit nicht sonderlich spezifisch und da wir beide in diesem Jahr nicht so besonders viel/intensiv auf dem Rennrad trainiert haben, ist es auch nicht die trainingswissenschaftlich sinnvollste Einheit. Aber wir haben beide „Bock zu ballern“ – und zu diesem Zeitpunkt im Jahr können wir uns den Spaß noch erlauben 😉. Am Sonntag trainiere ich wieder mit Matthias zusammen. Nun steht wieder eine Doppelstockeinheit auf dem Plan, aber die Intensität bleibt im Grundlagenbereich. Da wir einen langen und über weite Teile sehr steilen Anstieg integriert haben (~900 Höhenmeter auf rund 13 Kilometer, davon die ersten fünf Kilometer mit über 10 % Steigung im Durchschnitt), ist das gar nicht so leicht und auch die Hitze macht uns zu schaffen. Aber dennoch halten wir den Puls relativ niedrig und nach insgesamt 4,5 Stunden ist die Einheit und damit auch eine sehr solide Trainingswoche beendet.
© Jonathan Göppert